4/27/2011

DIFFERENCE BETWEEN LIFE AND NOVEL


Anna Karina und Jean Paul Belmondo in PIERROT LE FOU [ELF UHR NACHTS], 1965

4/26/2011

THE LOOK OF PIERROT LE FOU [1965]

In PIERROT LE FOU darf Anna Karina ihre Kostüme diesmal ganze acht mal wechseln. Neun mal, wenn man ihren entzückenden blauen Bademantel mitrechnet. Und anders als in UNE FEMME EST UNE FEMME ist hier kein Credit für eine Kostümbildnerin oder einen Kostümbildner angegeben, was meine scharfsinnige Theorie nur bestärkt, dass Anna Karina selbst für ihre Kleidung im Film verantwortlich ist.
Wie auch immer, modisch hat PIERROT LE FOU einiges zu bieten, vor allem für Fans des Marinelooks. Und wieder dominieren Blau und Rot, hier nur in einer Pastellvariante. Einfach wunderschön.
Ganz interessant auch, mit welchen Looks Anna Karina spielt, denn mal ist sie zuckersüß und unschuldig (natürlich in den brutalsten Szenen, wenn sie ihre Gaunereien ausübt und Leute umbringt und so).
In der ersten Szene trägt sie als Babysitterin eine unschuldige Schuluniform mit Prinzessin-Leia-Dutts (before there was STAR WARS!):

Der Bademantel. Und kontrastierend dazu ist der Topf natürlich ganz zufällig rot.

Auf der Flucht im Military-Look, das einzige Kostüm, dass sie etwas "gefährlicher" darstellt.

Am Strand in einem lieblichen gestreiften Kleid.

Zwischendrin plötzlich als Asiatin. Diese Einblende hab ich irgrendwie nicht ganz verstanden... vielleicht muss ich den film nochmal gucken...

Einen ganz kurzen Auftritt hat auch dieses reizende Outfit:

Mein Lieblingsoutfit:


Wir wollen uns hier ja auf Anna Karina in Godard-Filmen beschränken, aber ich fand, dass Jean Paul Belmondo auch einen kleinen Blick wert ist. Immer classy aber cool:


Liebliches Make-up bevor er sich Dynamit an den Kopf bindet und es anzündet. Hier streiten sich die Interpretationsgeier darum, ob der Akt des Schminkens eine Art Kriegsbemalung darstellen soll oder die blaue Farbe zusammen mit seiner Kleidung für die französische Flagge stehen soll, dass er symbolisch in die Luft sprengt. Also im Sinne von "Tu est la France!". Vive la Godard!

Illustrationen von ree*rose

4/24/2011

PIERROT LE FOU [1965]


In PIERROT LE FOU [ELF UHR NACHTS] geht es nicht mehr um die Frau, sondern um den Mann, den kleinen Spatzes Ferdinand [Jean Paul Belmondo]. Während das Setting des Frauenportraits UNE FEMME EST UNE FEMME im Alltag gelegt ist, auf den Straßen, dem Arbeitsplatz und im Heim, liegt der Handlungsspielraum vom Männerportrait auf wilden Partys, Yachten, Autos, Bowlingbahnen und Stränden. Aber ich hab nicht vor, wieder eine feministische Anschauung von Godards Filmen durchzuführen, die auch nicht wirklich ernst gemeint sind, denn ich erwähnte ja schon, dass Godards Darstellungsweise von Frauen recht romantisch finde, nur eben manchmal doch klischeehaft. So wie hier in PIERROT LE FOU, wo Belmondo den nach Wahrheit und Weisheit strebenden Schriftsteller spielt und Karina die hedonistische, oberflächliche Geliebte, die ganz nebenbei auch ein paar Leute killt.

Auf mitternachtskino.de heißt es auch: "Vielleicht ist die Rolle der Anna Karina die symbolische Erleuchtung in Ferdinands Wesen. Während er nach Weisheit strebt, sogar in der Badewanne mit seiner kleinen Tochter berühmte Maler diskutiert, immer wieder auf die Wichtigkeit der Kunst pocht, ist Marianna eine interessenlose Lebensfrau, der es eher darum geht, zu sein, als zu haben. Aber anscheinend will der Film uns auch etwas über das Unverständnis unterhalb der Menschheit sagen. Um blinde, emotionsgeleitete Liebe. Oder auch nicht. Aber das ist eben Godard."

Und das ist ja das Coole an Godars Filmen, dass sie so viel Interpretationsraum bieten und man weiß, dass man völlig daneben liegt, weil dieser verrückte Mann sich wohl einfach einen beim Filmen abgelacht hat und willkürliche Ideen verwendet hat, um es dem Zuschauer zu überlassen, einen kausalen Zusammenhang zu erstellen.
Die Charaktere jedenfalls schwanken zwischen romantischen Helden und skrupellosen Kriminellen und wechseln diese Rollen wie die Cinematografie des Films.
Worum es im Film grob geht, fassen mitternachtskino.de und ARTE zusammen. Und nun genießt einfach ein paar Filmbilder und versucht - für den Fall, dass Ihr den Film noch nicht gesehen habt - Euch einen Zusammenhang zu erschließen. Das hab ich damals nämlich versucht, als ich ein paar Bilder vom Film im Internet sah und keine Ahnung hatte, warum zum Beispiel die zwei Erwachsenen da jetzt mitten in der Handlung Pieds-Nickelés lesen...































Oh und nochwas: Juliane von Reigen postete vor einiger Zeit mal was über den Vor- und Abspann und die Einblendungen in Godards Filmen, die ja optisch immer ein Genuss sind, aber eigentlich nur noch mehr Verwirrung stiften...